Keynote 3

Kompetenzen und Kompetenzentwicklung für die Wirtschaft 4.0 : Aktuelle Befunde

 Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung, des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels steht unsere Gesellschaft vor neuen tiefgreifenden Herausforderungen. Das Internet und digitale Technologien, allen voran auch die mobile Nutzung von Daten und Künstlicher Intelligenz, gestalten nicht nur unseren Alltag neu, sondern führen auch zu umfassenden Veränderungen in der Arbeitswelt.

 

Die fortschreitende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) hat dafür gesorgt, dass in weiten Teilen der Industrie leistungsstarke und preisgünstig eingebettete Systeme, Sensoren und Aktoren zur Verfügung stehen. Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ werden Entwicklungen hin zu einem Produktionsumfeld diskutiert, das aus intelligenten, sich selbst steuernden Objekten besteht, die sich zur Erfüllung von Aufgaben zielgerichtet temporär vernetzen.

 

Durch diesen zunehmenden Einsatz digitaler Technologien bilden sich nicht nur in der Produktion und in angrenzenden Arbeitsfeldern neue Formen sozio-technischer Arbeitssysteme, die zu massiven Veränderungen der Arbeitsorganisation und –gestaltung führen, sondern in allen Arbeitsbereichen. Mensch-Technik-Interaktion, die Flexibilisierung der Arbeit sowie notwendige Kompetenz und Qualifizierungsbedarfe sind zukünftig aktiv in der Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen.

 

In dem Vortrag werden zunächst grundlegende Entwicklungen aus Gesellschaft, Technologie und Wirtschaft aufgegriffen, um den Rahmen abzustecken, in dem Kompetenzen zukünftig erforderlich werden. Anwendungsbeispiele aus der angewandten Forschung werden vorgestellt, um Kompetenzentwicklungsthemen daran zu diskutieren. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Fragen und Auswirkungen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz gelegt. Ergebnisse einer Studie zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in Unternehmen runden den Vortrages ab. Diese betreffen z.B. die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für verschiedene Unternehmensbereiche aktuell und in fünf Jahren, Fragen der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik, Auswirkungen auf arbeitsbezogene Themen sowie Hindernisse für die Einführung Künstlicher Intelligenz in Unternehmen.

 

apl. Prof. Dr.-Ing. Anette Weisbecker

Stv. InstitutsleiterinFraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

 

Nobelstraße 12

70569 Stuttgart

 

Telefon: 0711/970-2400

 

E-Mail: anette.weisbecker@iao.fraunhofer.de

 

Anette Weisbecker ist stellvertretende Institutsleiterin am Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT), Universität Stuttgart. Sie studierte Informatik an der Technischen Universität Darmstadt. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Industrie ist sie seit 1988 am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO tätig. Anette Weisbecker promovierte und habilitierte an der Universität Stuttgart. Sie erhielt die Lehrbefugnis für das Fachgebiet »Softwaretechnik und –management« und ist seit 2011 außerplanmäßige Professorin an der Universität Stuttgart.

 

Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Zusammenführung von Software-Engineering und Mensch-Technik Interaktion. Ziel ist es dabei die Entwicklung und den Einsatz von aufgabengerechten und benutzerorientierten Anwendungen und Services zu verbessern sowie neue Technologien für die Nutzer zu erschließen und die dafür notwendige Kompetenzentwicklung zu unterstützen.